Aus Omas Kochbuch

Köchin mit Leib und Seele

 

Die Liebe zur guten Küche begleitet unsere Familie seit Generationen. Oma Rosina stand schon als Mädchen im heimatlichen Sotin in Kroatien am Herd. Später war sie als Magd in Oberösterreich beschäftigt und versorgte Mitarbeiter und Familienmitglieder des Betriebes.

 

Unsere Großmutter ist für uns der Inbegriff einer Köchin, weil sie sich immer Zeit nimmt und Kochen wie ein gutes Handwerk betreibt. Da passiert nichts schnell nebenbei, sie macht alles mit Leib und Seele. Kochen ist für sie der Auftrag an sich selbst, auch aus noch so simplen Zutaten immer das Allerbeste zuzubereiten.

 

Ein Reindl namens Depsi

 

Oma Rosi kam als Mädchen nach Österreich, ihre Familie die Donauschwaben waren, mussten im zweiten Weltkrieg aus Kroatien flüchten. Daheim in Sotin hatte ihre Familie eine Landwirtschaft geführt. Dort gab es Angora-Kaninchen, deren Fell geschoren wurde und dann zu Wolle verarbeitet und im eigenen Hofladen verkauft wurde. Aber auch der Maisanbau, um daraus Polenta und Maismehl herzustellen, war eine wichtige Einkunftsquelle. Am Hof waren viele Menschen zu versorgen, und so kochte Oma Rosi schon als Kind begeistert in der Küche mit, wo sie dann auch "Grumbira in da Depsi", was im donauschwäbischen Dialekt soviel wie "Erdäpfel im Reindl" bedeutet, kochte. Der einfache Auflauf wurde wochentags aus Erdäpfeln, Zwiebeln und Reis zubereitet, am Sonn- oder Feiertag wurden Schweineripperl mitgeschmort.

 

Das Beste vom Topfboden

 

Als junge Frau arbeitete unsere Oma in einem landwirtschaftlichen Betrieb im oberösterreichischen Frankenburg. Die "Grumbira" standen auch hier auf dem Speisezettel.

 

Unsere Familie liebt dieses Gericht bis heute. Schon wenn wir bei der Haustüre reinkommen riechen wir, dass es bei Oma wieder Erdäpfel mit Reis und Ripperl gibt. Und das Allerbeste an Omas Grumbira? Das sind eindeutig die angebratenen Erdäpfelscheiben ganz unten am Reindl, die man regelrecht vom Topfboden kratzen muss. Um die streiten wir uns immer.

 

Omas Rezept findet ihr hier:  "Grumbira in der Depsi".

 

Wir wünschen euch viel Freude beim Nachkochen und vor allem gutes Gelingen.

 

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